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Inhalt
NATIONALER DOPINGPRÄVENTIONSPLAN
Nationaler Dopingpräventionsplan
In der öffentlichen Wahrnehmung wird Dopingbekämpfung zumeist mit Dopingkontrollen und Sanktionen bei Vorliegen eines positiven Kontrollergebnisses gleichgesetzt. Das Kontroll- und Sanktionssystem hat sich bewährt und ist unverzichtbar, doch ihm sind Grenzen gesetzt. Dabei hält die Qualitätsentwicklung des Kontroll- und Sanktionssystems mit den Innovationen bei der Manipulation durch Doping Schritt, kann aber offensichtlich den Vorsprung der mit hohem finanziellem, logistischem und wissenschaftlichem Aufwand agierenden Dopingnetzwerke nicht entscheidend egalisieren. Es ist auch festzustellen, dass die wachsende Effektivität des Kontroll- und Sanktionssystems grundlegende Einstellungs- und Handlungsänderungen bei Athleten bzw. Athletinnen oder deren Umfeld offensichtlich nur sehr zögerlich beeinflusst.
Vor diesem Hintergrund erhält die Dopingprävention eine entscheidende Bedeutung zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und zur Effektivierung der Dopingbekämpfung. Für das Verständnis des dem Nationalen Dopingpräventionsplan zugrunde liegenden Doping- und insbesondere Dopingpräventionsbegriffs wird auf den NADA-Code 2009 verwiesen:
“Ziel der Dopingprävention ist es, den Sportsgeist zu bewahren und zu verhindern, dass er durch Doping untergraben wird. Im Sinne des Fairplays und zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit und Gesundheit sollen Athleten davor bewahrt werden, bewusst oder unbewusst verbotene Substanzen und Methoden anzuwenden.”
(NADA-Code, Artikel 15, Seite 39)
Die in Deutschland vorliegenden Erfahrungen zeigen allerdings, dass Dopingprävention, will sie erfolgreich sein, zukünftig mit verbesserten Ressourcen, vergrößertem Aktionsradius und insbesondere systematischer betrieben werden muss. Wissenschaftliche Studien, zum Beispiel eine Studie der TU München aus dem Jahr 2008 über den Ist-Stand der Dopingprävention in Deutschland, zeigen auf, dass bisher nicht alle Bereiche erfasst werden, die für die Bekämpfung von Doping von Bedeutung sind. Die Bereitschaft, Leistungssteigerungen mit verbotenen Substanzen und Methoden zu bewirken, ist auch im Breitensport anzutreffen. Gerade Nachwuchsathleten bzw. -athletinnen sowie ihr Umfeld sollten deshalb so früh wie möglich von den Präventionsmaßnahmen erfasst werden, um schon von Beginn einer möglichen Sportkarriere an eine Doping konsequent ablehnende Haltung zu schaffen. Der Nationale Dopingpräventionsplan geht deshalb folgerichtig über den Spitzensport hinaus und umfasst auch Maßnahmen im Breiten- und Jugendsport. In diesem Sinne ist der Nationale Dopingpräventionsplan auch als ein Beitrag des Sports zur Gesundheitsprävention zu verstehen.
Langfristiges Ziel der Maßnahmen von organisiertem Sport, Staat, der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und weiteren beteiligten Institutionen (etwa aus dem Bereich der Sportmedizin) sollte daher sein, Präventionsmaßnahmen gegen Doping in den Strukturen des Sports möglichst systematisch auf der Grundlage eines abgestimmten Rahmenkonzepts nachhaltig zu verankern.
Nationaler Dopingpräventionsplan ((192 KB))
Arbeitsweise in der Umsetzung des Nationalen Dopingpräventionsplans
1. Um die Koordinierung möglichst aller Dopingpräventionsprojekte anzustoßen, wurde eine Steuerungsgruppe eingerichtet. Sie besteht aus den Partnern des Nationalen Dopingpräventionsplans (BMI, SMK/SRK, DOSB/dsj und NADA). Sie tagt zwei Mal im Jahr und hat folgende Aufgaben:
- Priorisierung der Maßnahmen sowie Einteilung der Projekte entsprechend der verfügbaren Finanzmittel
- Abstimmung über die Förderungsfähigkeit der Dopingpräventionsprojekte
- Kommunikation von Informationen an die beteiligten Organisationen
Den Vorsitz und die Organisation der Steuerungsgruppe hat die NADA inne.
2. Einmal jährlich findet der "Runde Tisch Dopingprävention" statt. Hierzu werden Beteiligte aus den Bereichen Politik, Sport, Gesundheit, Medizin und Forschung eingeladen und über aktuelle Entwicklungen und laufende Projekte im Rahmen des Nationalen Dopingpräventionsplans informiert.
Der Runde Tisch findet Anfang September statt, den Vorsitz haben BMI und SMK/SRK.
3. Jede Maßnahme zur Dopingprävention wird vom jeweiligen Projektträger selbst verantwortet. Er kann finanzielle Unterstützung erhalten (Verfahren s.o.). Zudem sollen einzelne Module/Projekte nutzbar gemacht werden.
4. Um die gesamte Breite des Sports und seines Umfeldes bestmöglich abzudecken, wird bei der Zielsetzung der Projekte in 16 Zielgruppen unterschieden. Für jede Zielgruppe ist eine Organisation federführend zuständig. Diese haben die Aufgabe, ihre Partnerorganisationen bei Dopingpräventionsprojekten zu unterstützen und zu aktivieren.
Zielgruppe | federführende Stelle/Organisation |
|---|---|
Nachwuchs-Leistungssportler | NADA |
Top-Sportler | NADA |
Jüngere Sportler | Deutsche Sportjugend |
Eltern | NADA |
Trainer | DOSB |
Funktionäre | DOSB |
Sportmedizinisches Umfeld | DOSB |
Schulen | Kultusministerkonferenz |
Basis/ Vereine | Landessportbünde |
Freizeit-/Breitensport | --- |
Medizin | Bundesärztekammer |
Apotheker | Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände |
Medien | NADA |
Sponsoren | S20 |
Präventionsforschung | NADA |
Gesamtgesellschaft | Bundeszentrale für politische Bildung |
5. Grundlage des Nationalen Dopingpräventionsplans und Basis für eine erfolgreiche Arbeit sind Kommunikation und Interaktion aller beteiligten Organisationen. Netzwerkbildung, Erfahrungsaustausch und Nutzung von Synergieeffekten der einzelnen Partner sind daher maßgeblich erforderlich, um den NDPP zu stärken und weiter zu entwickeln.
Die Präventionsaktivitäten konkurrieren nicht miteinander, sondern sind aufeinander abgestimmt und verstärken sich gegenseitig!

